Jedes Jahr die gleiche Scheiße!

Antinationale Veranstaltungsreihe im September & Oktober

Der Herbst rückt näher und damit auch der dritte Oktober. Wie in jedem Jahr ist dieser Tag ein Garant dafür, dass die „Wiedervereinigung“ in Medien und Politik mit allem Po(m)p und Pathos abgehyped wird. Am deutschen Nationalfeiertag sollen sich gefälligst alle freuen! All die alltäglichen Widersprüche und Widerlichkeiten, mit denen die Menschen, nicht nur in diesem Land, Tag ein Tag aus konfrontiert sind, werden ausgeblendet. Ein „freies“ und „einiges“ Deutschland, das sei doch ein Grund zum Feiern für alle, so der Tenor. So wird seit einigen Jahren diese ideologische Einigkeit auch bundesweit auf zentralen so genannten „Deutschlandfesten“ begangen. Im letzten Jahr in Bremen (wir berichteten und mobilisierten), dieses Jahr in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn.

Dieses Datum und die nationale Einheitsfeierei wollen wir zum Anlass nehmen, die antinationale Gretchenfrage zu stellen: „Was interessiert mich Deutschland!?“ Hierzu wollen wir uns dieser Frage mit verschiedenen Veranstaltungen annähren. Dabei geht es uns neben eben den Widersprüchen und Widerlichkeiten nicht zuletzt auch darum, wie sich dieses “Deutschland” trefflich kritisieren lässt.
Die Veranstaltungsreihe startet am 26. September mit den Genoss*innen vom Antifa AK aus Köln. Im Infoladen Anschlag formulieren sie auf der Mobilisierungsveranstaltung “Gegen die Feier der Nation! Für die soziale Revolution!” ihre Kritik zu den Einheitsfeierlichkeiten vom 1. – 3. Oktober in Bonn und informieren zu den geplanten Gegenaktivitäten. Weiter geht’s am 02.10. mit dem Tagesseminar “Materialistische Theorien über Staat und Nationalismus” mit Moritz Zeiler über verschiedene linke Staatstheorien, vom Kuschelkurs mit der Nation zum antideutsch-antinationalen Grabenkampf. Am “Tag der deutschen Einheit” dürfen wir Thomas Ebermann und Rainer Trampert in der Extra-Blues-Bar begrüßen, die es mit ihrer satirischen Lesung wagen werden “20 Jahre großes Deutschland” in den Dreck zu ziehen. In der gleichen Woche wird sich angesichts der Erfolgsgeschichte des „wiedervereinigten“ Deutschlands und seiner nationalen Rechtfertigungsideologien die Frage gestellt: “Was heißt hier eigentlich “Wir”?” Thomas Ebermann, Renate Dillmann und Ilka Schröder werden dort auf einem Podium über die konkreten und allgemeinen Zumutungen des Zwangszusammenhangs der Nation diskutieren.
Begleitend dazu erscheint die erste Ausgabe der preview, dem neuen, sporadisch erscheinenden Zeitungsformat initiiert von der Gruppe Kritik & Intervention. Darin wollen wir nicht nur unsere Diskussionsergebnisse zum Gesamtzusammenhang von Staat, Nation und Kapital diskutieren, sondern sowohl Anlass als auch Forum für weiterführende Diskussionen bieten. Hierzu wird die preview, neben den Texten der Gruppe Kritik & Intervention, auch einige Gastbeiträge enthalten. Die erste Ausgabe der preview findet ihr ab Erscheinen zusammen mit allen aktuellen Infos auf http://kritikundintervention.org!