Interview mit der Berliner Gruppe »Theorie Organisation Praxis Berlin« (TOP) zum Zusammenhang von Kapitalismus, Staat und deutschem Nationalismus im Superjubiläumsjahr 2009
aus Phase 2.33 - Herbst 2009

Die Gruppe TOP Berlin ist zur Zeit im Rahmen des »...ums Ganze!«-Bündnisses an der antinationalen Kampagne »Staat. Nation. Kapital. Scheisse. Gegen die Herrschaft der falschen Freiheit« beteiligt. Anlässlich des aktuell stattfindenden Gedenktaumels zum Sechzigsten der BRD samt Grundgesetz und zum Zwanzigsten des »wiedervereinigten« Deutschlands formuliert TOP eine grundlegende Kritik an Staat, Nation und dem kapitalistischen Normalvollzug und war Mitorganisatorin der antinationalen Parade zum Grundgesetzjubiläum am 23. Mai in Berlin.

Die Berliner Phase 2-Redaktion fragte beim »... ums Ganze!«-Bündnis nach. Jan (T.O.P.-B3rlin), Alexandra (redical M, Göttingen) und Mandy (autonome antifa [f], Frankfurt/M.) standen Rede und Antwort.

Während Antifas und Antideutsche in den 1990ern noch unter dem Motto "Nie wieder Deutschland" gegen die postfaschistische Gesellschaft als solche demonstrierten, nehmen inzwischen an den Vorbereitungen zum G8-Gipfel sehr viele Antifas teil. Sucht die Antifa nach neuen Betätigungsfeldern, seit unter Schröder Antifaschismus zur staatstragenden Ideologie geworden ist und demonstriert ihr deshalb jetzt zusammen mit dem postfaschistischen  mainstream  gegen den Kapitalismus? Ist dieser inhaltliche Schwenk auch eine Reaktion auf den Stillstand in der Antifaszene oder entspringt er der politischen Notwendigkeit der Zeit?