Antinationale Kampagne 2009:

Rückblick - unfinished business!

Die Systemkrise 2009 hat dem Ruf von Staat und Nation nicht gerade geschadet. Jedenfalls nicht hierzulande. Dank all der staatsverbürgten “Rettungspakete” und “Schutzschirme” konnte die ’soziale Marktwirtschaft’ als historische Segnung abgefeiert werden. Auch zu ihren großen Jubiläen - 60 Jahre Grundgesetz und 20 Jahre Mauerfall - inszenierte sich die Nation als Weltmeister sozialer Gerechtigkeit und revolutionärer Freiheit. Peinlich für uns, denn wir wollten eigentlich den ganzen Laden mit einer antinationalen Kampagne abschaffen. Die Idee war gut, doch offenbar die Welt noch nicht bereit. So wollen wir fürs Erste nur dokumentieren, was für die kommenden Auseinandersetzungen nützlich bleiben könnte, und wünschen ein gesegnetes STAAT-NATION-KAPITAL-SCHEISSE! 2010.

Das UmsGanze-Bündnis und TOP Berlin widmeten sich 2009 der nationalen Gedenksause zum deutschen Doppeljubiläum 60 Jahre Grundgesetz 20 Jahre Mauerfall.

Die Kampagnenseite von UmsGanze mit allen gelaufenen Veranstaltungen findet Ihr unter: www.einheit-und-freiheit.de, den Kampagnenaufruf hier.

Bereits im letzten Jahr haben wir – als warm up – in zwei Beiträgen den Kultur- und Gedenknationalismus der BRD ins Visier genommen. Zum 3.Oktober 2008 anlässlich der Proteste in Hamburg und anlässlich der traditionellen 9.11.-Gedenkdemonstration in Moabit.

Im Februar und April gab es in Berlin zwei Podiumsdiskussionen zum Thema „Kultur als Ideologie“ und nationaler Repräsentation.

Im Mai stand dann das erste Jubiläum zum 60. Jahrestag des Grundgesetzes an, gegen dessen Feier eine Parade mit 2500 Leuten stattfand [Aufruf hier]. Dazu erschien die erste Ausgabe der Zeitung „Strassen aus Zucker“. Dem Grundgesetz-Jubiläum widmete TOP seine Aufmerksamkeit. Den Beitrag zum Kulturnationalismus [Ankündigung] auf der Vorabendveranstaltung der Demonstration findet Ihr hier und einen Bericht hier. Unter dem Titel “Wollen wir Recht haben?” stritt sich TOP mit Sonja Buckel und Wolfgang Kaleck im Rahmen des BAKJ-Kongresses.

Im Vorlauf der Feierlichkeiten zum Jahrestag des Mauerfalls positionierte sich die Stadt Leipzig als Vorreiter der nationalen „Einigung“, wogegen sich auch dort Protest wandte [Bericht]. Trotz unterschiedlicher Ausrichtung der Kritik unserer Leipziger Genossen [einmal hier und hier] beteiligten wir uns an der Demo. Die Position von TOP dazu könnt Ihr einem Interview mit der Zeitschrift Phase 2 entnehmen. Eine Antwort aus Leipzig haben wir von der Gruppe INEX in der Jungle World erhalten.

Zur Vorbereitung auf das zweite Jubiläum veröffentlichte TOP in der Jungle World den Text „Freiheit und Freibier sind nicht dasselbe“. Darauf folgten Antworten von Mario Möller, Gaston Kirsche von der Gruppe Bricolage, von
Stefanie Vogts und David Schweiger und der Gruppe Internationale Kommunistinnen Berlin. Radio Corax aus Halle interviewte TOP zur Aufgabe einer antinationalen Kritik.

Am 31.10. veranstaltete TOP gemeinsam mit anderen Berliner Gruppen einen Workshoptag zu „Scheitern und Zukunft des Kommunismus“ (Programm,
Bericht). Am 6.11. gab es noch eine Podiumsdiskussion mit TOP, der Antifa f und Christian Schmidt (Ankündigungsflyer).

Am 7.11. organisierte TOP gemeinsam mit Berliner und den UmsGanze-Gruppen eine Demonstration gegen die Wendefeierlichkeiten durch Berlin-Mitte (Mobilisierungsvideo, Bericht. Hier findet Ihr den Bündnisaufruf, der nicht von allen Beteiligten des Bündnisses unterstützt wurde. Weitere Aufrufe veröffentlichten die Gruppe Internationale Kommunistinnen Berlin und die Gruppen NFJ Berlin, nevergoinghome, gruppe subcutan, Jungdemokrat_innen/Junge Linke Brandenburg und die EAG. Eine Auswertung des Workshops und der Demonstration von TOP und dem Berliner Bündnis gibt es hier.
Pünktlich zur Demo erschien auch die neue Ausgabe der „Strassen aus Zucker“, die sich in der aktuellen Ausgabe ebenfalls mit dem Scheitern und der Zukunft des Kommunismus beschäftigt.

Andere Schwerpunkte auf die Kritik der Nation setzten zwei Broschüren, die ebenfalls im November erschienen sind: eine aus Leipzig zur Kritik der Wendefeierlichkeiten und eine aus Berlin von der Gruppe NFJ allgemein zur Kritik der Nation. Über Differenzen klärt ein Gespräch mit dem fsk auf (Teil 1 und Teil 2)

Am 9.11. fand dann die traditionelle Demonstration in Moabit statt, zu deren Anlass wir auch noch einmal auf den Text vom letzten Jahr verweisen.

Wir bedanken uns bei allen, die uns als Referent/innen, als Kooperations- und Bündnispartner, als Unterstützer, als DJanes oder anderweitig bei unserer Kampagne unterstützt haben.

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