Redebeitrag Krisendemo

Redebeitrag von TOP B3rlin auf der Krisendemonstration am 28. März 2009

Die gegenwärtige Krise fügt den täglich tausend guten Gründen gegen Staat, Kapital und Nation, noch weitere hinzu: Die Krise sorgt dafür, dass für Viele das Leben heute noch beschissener wird, als es unter kapitalistischen Verwertungsbedingungen ohnehin schon der Fall ist. Und die Krise verdeutlicht einmal mehr, dass das schöne Leben nur jenseits der herrschenden Gesellschaftsordnung zu haben ist.

Denn verantwortlich für die Krise ist nicht falsche Politik, Misswirtschaft oder die Profitgier einzelner Manager, sondern die Normalität kapitalistischer Reproduktion: Die Normalität kapitalistischer Produktion mit ihrem unaufhörlichen Zwang zur Selbstverwertung und zur Ausnutzung anderer.

An der Krise zeigt sich, dass Markt und Staat in der kapitalistischen Gesellschaft keine Gegensätze sind. Lösungs-Modelle wie die Verstaatlichung von Banken und Unternehmen zielen lediglich darauf ab, die Reproduktion des Kapitals zu sichern. Notfalls auch autoritär. Mitnichten geht es darum, Produktionsmittel solidarisch zu vergesellschaften oder auch nur Ansatzpunkte dafür zu schaffen, reale Lebensbedingungen zu verbessern.

Denn es ist der Staat, der mit seinem Gewaltmonopol verhindert, dass der gesellschaftliche Reichtum den unmittelbaren Produzenten zugute kommt. Es ist der Staat, der eine Gesellschaftsordnung garantiert, die durch Konkurrenz der Privateigentümer und durch Konkurrenz der Standorte gekennzeichnet ist.
Es ist also der Staat, der immer, überall und notwendig gegen die Interessen der Menschen da ist.

Den Staat als Garanten der persönlichen Wohlfahrt anzurufen, macht damit ein Jenseits von Staat und Kapital ein Stück weiter undenkbar.

Es gibt niemanden, der für uns das schöne Leben einführen wird. Es gibt niemanden an den wir uns wenden können. Es gibt niemanden, der unsere gerechtfertigten Forderungen verwirklicht: außer wir selbst.

Statt Antikapitalismus in das Gewand einer konstruktiven Kritik zu kleiden, wollen wir direkt für eine gänzlich andere Gesellschaft streiten: eine Gesellschaft ohne Lohnsystem, ohne Privateigentum an Produktionsmittel, ohne Verwertungszwang des Kapitals und ohne den Staat als Verwalter der Reproduktionsbedingungen. Eine Gesellschaft, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist. Das ist die Aufgabe kommunistischer Praxis. Und dabei wird uns niemand helfen. Das müssen wir schon selber machen.

In diesem Sinne: Staat. Nation. Kapital. Scheiße. Für den Kommunismus!

 

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