Staat. Nation. Kapital. Scheisse.
Aufruf von …umsGanze! zum 20. Tag der Deutschen Einheit am 2./3. Oktober 2010 in Bremen.

Am 3. Oktober wird in Bremen die nationale Würstchenmeile aufgeschlagen. Superdeutschland begießt 20 Jahre Einheit, mit Angela, Christian und Nena. Es gibt zwar kein Freibier, aber wir kommen trotzdem. Wo Volk und Staat ihren Burgfrieden feiern, müssen wir eins klarstellen: Ihr könnt uns mal mit eurem Standort und eurem Gequatsche von „sozialer Marktwirtschaft“. Wir machen keinen Finger krumm, damit Deutschland „gestärkt aus der Krise hervorgeht“. Denn das heißt im Klartext bloß, dass jeder Winkel der Gesellschaft noch straffer durchrationalisiert wird. Härter konkurrieren, länger lohnarbeiten, weniger verdienen und immer unsicherer leben bis ans Ende aller Tage – das ist die deutsche Utopie nach dem „Ende der Geschichte“ von 1989/90.

Gegen den Al-Quds-Marsch und gegen 1000 Kreuze

Neben einigen Nazi-Terminen in Berlin und der Restrepublik müssen im September zwei spezielle Paraden aufgemischt werden: Am 4.9. steigt in Charlottenburg der diesjährige „Al-Quds-Marsch“, und am 18.9. in Mitte der „Marsch für das Leben“.

Staat.Kapital.Religion.Scheiße.
Gegen den Al-Quds-Marsch und gegen 1000 Kreuze!

Der Glaube ist zurück. Unter staatlich garantierter Freiheiten sogar vielfältiger denn je. Ob als weltoffener Kirchentag, biedere Esoterikmesse oder im Grinsekult um den Dalai Lama – für jeden ist etwas dabei, und das Interesse wächst. Dabei geht es nicht nur um gemeinsame Freizeitgestaltung. Die spirituellen Zusammenrottungen bieten Halt und Wärme in einer unberechenbaren und feindlichen Welt. Und damit falsche, reaktionäre Antworten auf die systemischen Zwänge des Kapitalismus.

Auswertung Krisendemo am 12. Juni 2010

Für den 12. Juni 2010 hatte das bundesweite Protestbündnis „Wir zahlen nicht für eure Krise!“ zu Demons­trationen in Stuttgart und Berlin aufgerufen. Eine Woche nach Verkündung des Sparpakets der Bundesregie­rung demonstrierten in beiden Städten etwa 20.000 Menschen gegen eine „unsoziale Krisenpolitik“, gegen „das Finanzkapital“, und einige auch gegen den Kapitalismus selbst.

Wir bleiben antikapitalistisch!

Nachdem im Jahr 2009 die …umsGanze!-Kampagne “Staat.Nation.Kapital.Scheiße – Gegen die Herrschaft der falschen Freiheit!” begann und der inhaltliche Fokus auf dem Supergedenkjahr lag, wollen wir den Schwerpunkt dieses Jahr auf die Thematik Arbeit verschieben.

Von Bomben und Nazis, Gedenken und Deutschland

Der 13. Februar in Dresden hat Konjunktur: Als Jahrestag der Bombardierung durch die Alliierten im Jahr 1945 ist er in den letzten Jahren immer populärer geworden. Die Stadt ist mittlerweile einer der wichtigsten Bezugspunkte für den deutschen Gedenknationalismus.

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