Zur Kritik des kapitalistischen Normalvollzugs

Das kommunistische “…ums Ganze!”-Bündnis präsentiert den ersten Teil seiner Grundlagendiskussion zur Kritik des kapitalistischen Normal-Vollzugs. Zwei weitere Teile zu Kapitalismus und Ideologie folgen.Die Grundlagenbroschüre des “…ums Ganze!”-Bündnisses problematisiert die zumeist als selbstverständlich akzeptierten sozialen und institutionellen Formen bürgerlich-kapitalistischer Herrschaft.

Aufruf zum antikapitalistischen Block auf der Krisendemonstration am 28. März 2009.

Tony Soprano, fiktiver Mafiaboss aus suburbia, wird von Panikattacken geplagt und kann seinen Job nur mit Hilfe von Prozac und Psychotherapie erledigen. Denn das erhoffte Glück stellt sich auch mit Haus, Frau und Kindern nicht ein. In einer Sitzung sagt er seiner Therapeutin: „Ich habe gestern im history channel gesehen, dass wir die einzige Nation sind, die das Glück in der Verfassung garantiert.

Gegen die Herrschaft der falschen Freiheit!
Aufruf zur antinationale Kampagne des ›…ums Ganze!‹-Bündnisses gegen das Superjubiläumsjahr 2009

Im Jahr 2009 feiert sich Deutschland anlässlich seiner beiden großen Jubiläen – 60 Jahre Grundgesetz und 20 Jahre Mauerfall – als freie und geeinte Nation. ›Freiheit‹ und ›Einheit‹ sind die Leitmotive nationaler Selbstvergewisserung, die durch Presse, Zivilgesellschaft und Kulturindustrie ausgestaltet werden. Selbst die globale Krise des Kapitalismus liefert weitere Argumente für das ›Modell Deutschland‹. Denn hier soll der Kapitalismus unter dem Ordnungsmodell der ›sozialen Marktwirtschaft‹ eingehegt werden. Sie soll Lohnabhängige, Unternehmer und alle Übrigen in gemeinsamer Arbeit für Deutschland zusammenführen.

Am 9. November wird in Zukunft der Zivilisiertheit der Deutschen gedacht. Im Jahr 2009 jährt sich am 9.11 der Mauerfall zum 20. Mal. Gedacht werden soll dem bloßen Volkswillen, der Mauern einstürzen ließ, und der den Deutschen einige Tage andauernden Gemeinschaftsgefühl ohne äußeren Feind bescherte. Längst ist die Vereinigung Deutschlands als erste erfolgreiche und friedliche deutsche Revolution in den offiziellen Geschichtsbüchern notiert.

Aus Antifaschistisches Infoblatt 81, 2008/09

Da nicht die Lösung eines faschistischen Problems, Bedingung dieses Antifaschismus ist, wird seine Zweckmäßigkeit lediglich am Maßstab der Popularität verhandelt. Statt die Notwendigkeit des Antifaschismus zu überprüfen, lautet die Frage: Wie weiter?

Nachtrag zum 3. Oktober: Ein Tag der deutschen Einheit
Aus Phase 2.30 – Winter 2008

Bis in die neunziger Jahre hinein hatte die antinationale Linke in Deutschland keine treffende Kritik deutscher Vergangenheit und Gegenwart formuliert. Sie kleisterte den Zusammenhang von Kapitalismus und Faschismus als Machtpolitik von Unternehmercliquen zusammen oder romantisierte ihn als ein einziges dunkles Imperium von Roboter- und Fabriklogiken. Aus dieser Sackgasse führten jene Diskussionen heraus, die heute als »antideutsch« gelabelt werden.

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