Refugee March for Freedom 2014

Updates live und in Farbe
500km von Strasbourg nach Brussel

Mit Protestzelten in Bayerischen Städten und dem Refugee Protest March von Würzburg nach Berlin begann 2012 eine neue Offensive der Flüchtlingsproteste in Deutschland. Das Protestcamp auf dem Kreuzberger Oranienplatz konnte eineinhalb Jahre gehalten werden, bis April 2014. In dieser Zeit haben die Geflüchteten auch in vielen abgelegenen Lagern Widerstandsaktionen und Streiks angezettelt. Für viele Gruppen der radikalen Linken in Deutschland waren die Proteste ein Lernprozess. Sie bekamen ganz handgreiflich vor Augen geführt, wie eng globale Ausbeutungsverhältnisse, das europäische Grenzregime, nationale Bevölkerungspolitik und gesellschaftlicher Rassismus zusammenhängen. Auch wir bei TOP B3rlin und umsGanze! haben uns infolge der Refugee-Proteste stärker auf antirassistische Projekte konzentriert (1, 2, 3, 4).

Am 20. Mai 2014 sind nun Geflüchtete und Unterstützer*innen aus vielen Ländern zum ersten transnationalen Refugee Protest March aufgebrochen. Er führt über 500km von Strasbourg nach Brussel, und überquert dabei vier Staatsgrenzen. Vor dem EU-Gipfel zu Migrationspolitik (26./27. Juni) ist in Brussel eine Aktionswoche geplant, für die wohl auch ein Platz besetzt werden muss.

Der Marsch wurde lange vor der Räumung des Oranienplatzes vorbereitet, und es sind viele Geflüchtete aus Berlin am Start. Auch diesmal verknüpfen sie den Kampf gegen ihre alltägliche Diskriminierung mit einer Kritik der kapitalistischen Markt- und Herrschaftsordnung als ganzer. Ihre Forderungen:

 

Bewegungsfreiheit und freie Wahl des Wohnsitzes für alle Asylsuchenden

Stop der Dublin-Falle [=innereuropäische Abschiebungen] und der Zwangsunterbringung in Lagern in Europa

Dauerhafte Aufenthaltspapiere ohne Kriterien

Stop der Inhaftierung und Abschiebung von Migrant*innen

Gleiche Arbeitsbedingungen für alle

Gleiche politische, soziale und kulturelle Rechte für alle: Recht auf Bildung und auf Arbeit

Stop der imperialistischen Politik Europas: kein Freihandelsabkommen und NATO-Kriege

Frontex/Eurosur [=militarisierte EU-Flüchtlingsabwehr an den Außengrenzen] und andere Anti-Migrationspolitiken und Maßnahmen abschaffen

 

Alle Infos auf der Website des Refugee March for Freedom. Hier die geplanten Termine und Aktionen des Marschs. Aktuelles auf Facebook und Twitter. Aktuelle Berichte auch bei Turgay Ulu, Bilder und Videos auch hier.

Unser Foto: Die Protestierenden aus Deutschland auf der Europabrücke zwischen Kehl und Strasbourg

Unterdessen geht der Widerstand in Berlin weiter. Die 11 Hungerstreikenden der Gruppe Asylum Rights Evolution haben ihren Protest vor die Gedächtniskirche verlegt (Website, Facebook). (Update: Die Protestierenden wurden in Gewahrsam genommen und in ihre Lager in Sachsen-Anhalt abgeschoben.) Protestierende vom Oranienplatz und der besetzten Schule in der Ohlauer Straße kämpfen jetzt für eine gemeinschaftliche Anerkennung nach §23 Aufenthaltsgesetz (Pressemitteilung, Foto).

 

Wir berichten hier fortlaufend über den Marsch und über alles, was sich daraus entwickeln wird. No border, no nation!

18. Mai: Aufbruch der Refugees aus Deutschland von Kehl nach Strasbourg | Fotos

19./20. Mai: Kundgebungen und Aktionen in Strasbourg | arte | ND | Newsletter | Foto

22. Mai: Marsch verläuft sich im Wald, mit Pony | Foto

26. Mai: Grenzübertritt nach DLand, Ankunft in Saarbrücken | Fotos 1, 2

27. Mai: Besuch im Lager Lebach, Demo zur Ausländerbehörde | Video | Bericht

1. Juni: Aktionen in Schengen (Luxemburg) | Aufruf | Bericht

4. Juni: Protest bei RTL und am Luxemburger Abschiebeknast | Bericht | Video

5. Juni: Demo und Polizeigewalt bei EU-Ministertreffen | Bericht und Video 1, 2 | Fotos | Video | taz